Meine Tipps um die Lautstärke der Strickmaschine in der Mietwohnung zu dämpfen

Strickmaschine in der Mietwohnung leiser machen – Brother-Maschine auf gedämpfter Unterlage

Der Schlitten ist gerade auf halber Strecke über die Nadeln, als es an der Wohnungstür klopft. Nicht laut, aber bestimmt. Mein Nachbar von unten steht im Schlafanzug davor und fragt, ob ich Möbel rücke oder eine Baustelle in der Küche habe. Genau diese Situation – Strickmaschine an, Nachbar genervt – ist der Grund, warum ich in der Mietwohnung mittlerweile ziemlich genau weiß, was gegen den Lärm hilft und was nicht.

Kurz der Hinweis vorab: Auf dieser Seite sind Affiliate-Links dabei. Kaufst du über so einen Link einen Kurs, bekomme ich eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Empfehlen tue ich nur, was ich selbst benutzt habe, zum Beispiel den Kurs von der gläsernen Strickmaschine.

Diese Fragen bekomme ich andauernd, seit ich vor etwas über einem Jahr mit meiner Brother angefangen habe. Bei einem Handarbeitstreffen in der Stadtbücherei Augsburg saß neulich eine Frau neben mir, die nur stickt, Kreuzstich, ziemlich leise, und wollte wissen, ob so eine Strickmaschine wirklich so ein Lärmproblem ist, wie alle sagen. Kurze Antwort: ja, in einer hellhörigen Mietwohnung kann es das sein. Die lange Antwort steht unten.

Weiche Polster machen es oft schlimmer, nicht leiser

In den Kommentaren unter meinem Blog kommt diese Frage ständig: Reicht es nicht, einfach ein paar Decken oder Handtücher unterzulegen? Die Antwort ist meistens nein. Zu weiche Unterlagen machen die Maschine instabil, der Schlitten verhakt sich leichter und Maschen fallen von der Nadel. Wer öfter gefallene Maschen an der Strickmaschine retten muss, sollte zuerst bei der Unterlage ansetzen: fest muss sie bleiben, nicht weich.

Eine Ausnahme sind Dämmmatten aus dem Baumarkt, die eigentlich für Waschmaschinen gedacht sind. Für eine leichte Strickmaschine sind die oft zu hart und bringen kaum etwas. Gebraucht wird eher Material, das entkoppelt, ohne dass die Maschine dabei wackelt.

Warum wird eine Strickmaschine in der Mietwohnung überhaupt so laut?

Meine Brother KH-Serie wiegt etwa 13 Kilo und hat 200 Nadeln im Abstand von 4,5 mm. Schiebt man den Schlitten darüber, entsteht nicht nur ein Geräusch in der Luft, sondern eine Vibration, die sich über den Tisch, die Dielen und die Decke bis in die Nachbarwohnung fortpflanzt. Fachleute nennen das Körperschall. In einem modernen Betonbau schluckt der Boden viel davon, in einem Altbau mit Holzbalkendecke wirkt der ganze Fußboden dagegen fast wie die Membran eines Lautsprechers.

Spürbar wird das vor allem in den Schienbeinen – ein tiefes Brummen, das vom Tisch direkt in den Boden wandert. Wer in einem Altbau wohnt, merkt das meist schon nach den ersten Reihen.

Dämpfungsmatten unter der Brother-Strickmaschine zur Lärmreduzierung in der Mietwohnung

Tipps aus Foren und Facebook-Gruppen

Ich habe das ausprobiert und in einer Facebook-Gruppe für Maschinenstricken nach Lärmschutz gefragt. Ergebnis: drei Antworten, die sich komplett widersprochen haben – die eine schwor auf dicke Teppiche, die andere auf Gummifüße, die dritte meinte, das Problem lasse sich gar nicht lösen und man solle nur tagsüber stricken. Genutzt hat mir das wenig.

Weitergeholfen hat am Ende ein kurzer Kommentar von Bertl Wanninger, einem Rentner aus genau diesem Forum, der in den Achtzigern selbst viel an der Maschine gesessen und seine alte Brother vor ein paar Jahren wieder aus dem Keller geholt hat. Er schreibt solche Sachen nie irgendwo auf, deshalb findet man sie auch nicht über eine Suchmaschine. Sein Tipp war simpel: erst die Maschine selbst schwer und stabil stellen, danach über Dämmmaterial nachdenken, nicht umgekehrt. Genau in dieser Reihenfolge macht es einen spürbaren Unterschied.

Ruhige Technik schlägt Kraft

Ruhige Schlittenführung an der Strickmaschine für leiseres Stricken in der Mietwohnung

Ein großer Teil vom Lärm lag am Anfang schlicht an mir selbst. Als Anfängerin habe ich den Schlitten oft mit viel zu viel Schwung über das Nadelbett gerissen, jedes Mal mit einem metallischen Pling am Ende, bei dem ich innerlich zusammengezuckt bin. Ruhiger und mit gleichmäßigem Druck geführt, wird der Schlitten von selbst leiser, ganz ohne zusätzliches Material.

Im Kurs Die gläserne Strickmaschine habe ich genau diesen gleichmäßigen Rhythmus gelernt, dazu auch, wie die Fadenspannung die Lautstärke beeinflusst – zu straff gespannter Faden zwingt den Schlitten zu mehr Kraft, das war mir vorher nicht klar. Einfädeln kann ich inzwischen aus dem Gedächtnis, ohne im Notizbuch nachzuschauen, ich merke am Zug des Fadens zwischen Daumen und Zeigefinger sofort, ob die Spannungsscheibe richtig sitzt. Wer sich fragt, ob sich so ein Kurs überhaupt lohnt: Hier habe ich mal aufgeschrieben, warum sich der Kurs für mich bezahlt gemacht hat.

Schwere Unterlage statt Kissenberg: die Sandwich-Lösung

Was bei mir am Ende funktioniert hat, ist eine Sandwich-Bauweise. Unten liegt eine rutschfeste Matte auf dem Tisch, darauf eine schwere, feste Platte, bei mir ein Stück Massivholz, und erst zwischen Platte und Maschine ein dämpfendes Material wie Filz oder Verbundschaumstoff. Das Gewicht der Platte nimmt einen Großteil der Vibration auf, bevor sie überhaupt am Tisch ankommt.

Zur Schalldämpfung gehört also nicht nur weiches Material, sondern vor allem Masse und eine feste, rutschfeste Verbindung zwischen den Schichten. Genau das unterscheidet die Lösung von den Handtüchern und Decken, mit denen die meisten anfangen.

Maschinenpflege und Lärmreduzierung

Ja, und zwar mehr, als ich gedacht hätte: altes, verhärtetes Fett im Schlitten sorgt für ein mahlendes Geräusch, und eine regelmäßig gereinigte und geölte Maschine läuft spürbar leiser. Beim Lärm steckt der Unterschied oft im Detail, nicht in der großen Lösung.

Was du sonst noch gegen Lärmbeschwerden tun kannst

Neben Unterlage, Pflege und Technik hilft oft auch das Gespräch mit den Nachbarn. Ich habe meinem Nachbarn ein Paar von Hand gestrickte Socken vorbeigebracht und ihm kurz erklärt, was ich da mache, seitdem ist er deutlich entspannter, selbst wenn es abends mal klackert. Feste Strickzeiten helfen zusätzlich, vor allem am späten Abend, wenn die Wände ohnehin dünn sind.

Stricken an der Maschine macht in einer Mietwohnung richtig Spaß, sobald die Vibrationen im Griff sind, vorher fühlt es sich eher wie ein Balanceakt an. Wer noch ganz am Anfang steht und sich fragt, wie man überhaupt die ersten Reihen ohne Knoten hinbekommt, findet in den Übungen der gläsernen Strickmaschine einen guten Einstieg. Mir hat das einige Frustabende erspart, mit und ohne Lärm.